In dieser Folge sprechen wir über Narrative und wie sich die Geschichten rund um Bitcoin gewandelt haben. Bitcoin startete als freies Geld gegen Banken und Staaten, heute drehen sich die Erzählungen um ETFs, institutionelle Anleger und staatliche Reserven. Wir schauen uns an, welche Phasen Bitcoin durchlaufen hat, welche Narrative gehalten haben und welche gebrochen sind, warum Geschichten bei allen Geldanlagen wirken und ob Bitcoin gerade in einer Sinnkrise steckt.
Wir arbeiten an einem Programm, bei dem wir euch Schritt für Schritt persönlich bei der sicheren Bitcoin-Verwahrung begleiten. Wenn ihr als Erstes informiert werden möchtet, sobald es losgeht, dann tragt euch hier in unsere Warteliste ein.
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🔗 LINKS ZUR FOLGE
- Yuval Noah Harari - Nexus*
- Robert Shiller - Narrative Wirtschaft*
- Jonathan Bier- The Blocksize War
- Cypherpunk, Privatsphäre & Kryptografie - Wieviel davon steckt in Bitcoin? Mit Raphael Schön
- Schützt mich Bitcoin vor der Inflation?
- Krieg, Inflation, Energiekrise – ist dein Geld mit Bitcoin sicher? Mit Philipp Mattheis
- Bitcoin muss jetzt liefern – sonst haben wir ein Problem. Mit Dr. Ayhan Celebi
📋 TIMESTAMPS
(00:00:00) Einleitung
(00:01:40) Was ist ein Narrativ?
(00:15:11) 2009 - 2013
(00:17:55) 2015 - 2017
(00:22:05) 2017 - 2020
(00:26:20) 2020 - 2023
(00:34:25) 2023 - 2024
(00:42:19) Narrative seit 2025
(00:44:37) Steckt Bitcoin derzeit in einer Sinnkrise?
(00:55:53) Narrative bei anderen Geldanlagen
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🎵 MUSIK
- "No? Yeah!" by LiQWYD
- Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0
- Download / Stream
[00:00:06] Hallo zusammen, diese Podcast-Folge haben wir letzte Woche im Rahmen eines YouTube-Livestreams auf unserem Kanal aufgenommen. Wenn ihr das nächste Mal dabei sein möchtet, wenn wir wieder so einen YouTube-Livestream veranstalten, denn am Ende konntet ihr nämlich uns dann auch noch verschiedene Fragen stellen, dann abonniert gerne unseren YouTube-Kanal, dann werdet ihr automatisch benachrichtigt, wenn wir mal wieder einen YouTube-Livestream veranstalten oder folgt uns auf den verschiedenen Social-Media-Kanälen wie beispielsweise Twitter,
[00:00:32] Instagram oder LinkedIn oder tragt euch in unsere Newsletter ein, dann werden wir euch immer wieder aktuell benachrichtigen, wenn wir wieder mal einen Livestream veranstalten auf YouTube. Und ansonsten wünschen wir euch natürlich jetzt viel Spaß mit unserer aktuellen Podcast-Folge. Muss gleich zu Beginn sagen, ich bin gespannt wohin uns diese Folge trägt, es soll um Narrative gehen und auch Narrative im Wandel der Zeit. In letzter Zeit mussten wir uns ja das ein oder andere Mal den Vorwurf gefallen lassen
[00:01:02] oder wir sahen uns mit dem Vorwurf konfrontiert, dass wir so negativ werden beziehungsweise, dass wir manche Dinge vielleicht negativer sehen als sie sind. Das ist natürlich nicht unser Ziel. Es sind einfach nur die Dinge, die uns letztlich beschäftigen und wir wollen euch eben an unseren Gedanken teilhaben lassen. Und in dieser Folge soll es um Narrative gehen. Im Endeffekt haben wir zu Beginn als Bitcoin gestartet, das Jahr 2009, wenn man so möchte, das Narrativ gehabt, Bitcoin ist jetzt ein neues Geld, ein freies Geld,
[00:01:32] vor allem frei von staatlichen Einflüssen, freies Geld für freie Menschen. Und mittlerweile ist letztlich das oder eines der herrschenden Narrative, wann geht es denn eigentlich los mit der staatlichen Reserve oder kurz davor, wie war es, wie ist es denn eigentlich mit den ETFs, wann kommen die dazu? Also wir haben innerhalb gar nicht allzu langer Zeit einen Wandel gesehen hinsichtlich der Thematik,
[00:01:56] was ist gerade vorherrschend in der Erzählung von freies Geld, frei von Staat hin zu, wann geht es denn endlich los, dass die institutionellen Anleger einfachen Zugang haben in Form von ETFs und wann kommt die staatliche Reserve? Und wie wir von A nach B gekommen sind, das wollen wir uns anschauen in der Folge. Aber davor, Jonas, die Frage an dich, was ist denn eigentlich ein Narrativ? Wie würdest du es definieren? Das ist, glaube ich, ganz wichtig und viele oder alle, die jetzt zuhören und zuschauen,
[00:02:26] haben schon mal diese Narrative für Bitcoin gehört. Das ist hundertprozentig auch von uns auf jeden Fall. Da können wir uns, glaube ich, nachher vielleicht auch ein bisschen an die eigene Nase fassen. Aber erstmal müssen wir uns erstmal erklären, was ist denn ein Narrativ? Und ich habe da eine kleine Geschichte mal mitgenommen. Das kennen wir wahrscheinlich alle. Wir sitzen irgendwie beim Abendessen, am Weihnachtsessen zum Beispiel und wir haben den Freund oder den Onkel, der da sitzt und plötzlich sagt, hey Manuel, ich habe jetzt 10.000 Euro in Bitcoin gesteckt oder 1.000 Euro in Bitcoin gesteckt, weil er beispielsweise bei einem YouTube-Kanal gesehen hatte, wie jemand erzählt, ja, Bitcoin ist das neue digitale Geld,
[00:02:56] Bitcoin wird von Staaten übernommen und so weiter. Und dabei merkt man, er versteht gar nicht, warum das so sein sollte vielleicht, sondern er sagt einfach, Bitcoin ist digitales Geld, äh, digitales Gold, sorry. Und das bedeutet, er schaut sich gar nicht die Technik und die Technologie und die Grundlagen drunter an, sondern er glaubt einfach nur eine Geschichte und diese verbreitet er weiter. Und das ist wiederum das Narrativ. Das heißt also, er kauft nicht eine Technologie,
[00:03:23] sondern in diesem Fall kauft er einfach eine Geschichte, ein Narrativ, was er von jemand anderem quasi übertragen hat und für ihn plausibel klingt. Und deswegen kann man es vielleicht ein bisschen runterbrechen. Aus meiner Sicht ist ein Narrativ eine Art vereinfachte Geschichte von einer oder über eine komplexe Realität. Also es beeinflusst vor allem darüber, daraus, wie wir die Realität wahrnehmen. Und das sieht man natürlich auch wunderbar bei Bitcoin. Wir haben hier ein sehr komplexes Thema. Bitcoin zu erklären ist sehr, sehr schwer auf der technischen Ebene, auf der ökonomischen Ebene.
[00:03:53] Und deswegen ist es einfacher, wenn wir das Ganze über Geschichten machen. Und das kennen wir ja bei Bitcoin, haben wir ja verschiedene Sachen. Bitcoin ist begrenzt. Deswegen ist Bitcoin möglicherweise neues digitales Gold. Dann haben wir sowas wie Bitcoin ist Inflationsschutz. Bitcoin ist krisensicher. Wir haben die ETFs, deswegen werden Versicherungen Bitcoin kaufen und so weiter. Und diese Dinge erzählen wir uns dann immer wieder, vor allem auch bei Bitcoin über Social Media. Wir kommen nachher noch drauf bei anderen Anlageklassen möglicherweise, ob es die da auch gibt.
[00:04:22] Aber für mich sind es einfach ganz wichtig Geschichten, die aber nicht erfunden sind, sondern immer einen wahren Kern ein bisschen dabei drin haben. Aber da muss man nachher gucken, ob dieser Kern auch wirklich nachher stimmt und ob diese Narrative erfüllt werden. Und das ist für mich so die erste Grundlage, wie man Narrative glaube ich ein bisschen erklären kann. Ja, da würde ich noch ergänzen wollen. Narrative sind letztlich nicht per se schlecht oder nicht per se gut. Es ist einfach letztlich ein Informationsaustauschen.
[00:04:49] Menschen lernen halt sehr gut oder behalten sich gewisse Dinge besser in Erinnerung, wenn das einer tollen, spannenden Geschichte hängt. Und bei Bitcoin ist halt das Problem, was viele Leute haben, dass es eben relativ neu ist und man muss erklären, was es eigentlich ist. Und die natürlichste Reaktion ist halt, dass man versucht, dieses neue Gut irgendwo einzuordnen. Ist es ein Hochrisiko-Asset, ist es digitales Gold, was auch immer.
[00:05:15] Und man muss halt unterscheiden zwischen den Eigenschaften und dem Narrativ. Und bei Bitcoin beispielsweise, du hast ja angesprochen, ist Bitcoin digitales Gold? Dann würde ich sagen, das ist ein Narrativ, das gesetzt ist. Aber Bitcoins Eigenschaften hinsichtlich zum Beispiel der Knappheit beziehungsweise Begrenztheit, das ist eine Eigenschaft. Die ist halt einfach im Code verankert und gut ist, soweit man es sich anfasst. Aber die Klammer machen wir jetzt nicht auf.
[00:05:43] Bezüglich der Geschichten an sich, da habe ich noch in einem anderen Buch was ganz Interessantes gelesen. In dem Buch Nexus von Harari, da geht es um die Macht von Geschichten. Und das fand ich wirklich interessant, weil wir hatten das mal auch ganz kurz bei unserer Folge mit subjektivem Wert, objektivem Wert, welcher Werttheorie man da folgt. Und wir haben uns die Frage gestellt, was ist denn, wenn das in den Köpfen von ganz arg vielen Leuten ist?
[00:06:10] Und da würde ich kurz einen Absatz vorlesen oder einen Abschnitt vorlesen. Da geht es wie gesagt um Geschichten und ein Narrativ ist ja, wie gesagt, wenn man so möchte, eine Geschichte, die gut zu greifen ist. Und er sagt, Erzählungen wirken noch auf viel revolutionärere Weise. Wie DNA können sie Neues in die Welt bringen? Mehr noch, Erzählungen können sogar eine ganz neue Ebene der Wirklichkeit schaffen. Soweit wir wissen, gab es vor der Erfindung der Erzählung nur zwei Ebenen der Wirklichkeit im Universum.
[00:06:39] Die Erzählung fügt aber eine dritte hinzu. Bei den ursprünglich beiden Ebenen der Wirklichkeit handelte es sich um die objektive, um die subjektive Wirklichkeit. Und da sind wir jetzt ja wieder bei objektiven Wert, um subjektiven Wert. Und er führt dann weiter aus. Die objektive Wirklichkeit besteht aus Dingen wie Steinen, Bergen, Asteroiden, Dinge, die existieren, ob wir sie wahrnehmen oder nicht. Daneben gibt es die subjektive Wirklichkeit.
[00:07:04] Dinge wie Lust, Leid, Liebe, die nicht da draußen sind, sondern in einem drin. Er schreibt hier drin. Subjektive Dinge existieren nur in unserem Bewusstsein. Und jetzt kommt die Erzählung. Und da meint er, einige Erzählungen bringen jedoch eine dritte Wirklichkeitsebene hervor. Die intersubjektive Wirklichkeit. Während subjektive Dinge nur in einem einzigen Kopf existieren, gibt es intersubjektive Dinge wie Gesetze und Währungen. Fand ich interessant.
[00:07:34] Und Währungen. Also losgelöst von Bitcoin. Gesetze und Währungen, die in einer Vielzahl von Köpfen existieren. Konkreter existieren sie in den Geschichten, die die Menschen einander erzählen. Und am Ende sagt er dann noch, dass diese Existenz eben maßgeblich erhalten bleibt, solange die Geschichte forterzählt wird, aber auch wieder verschwinden kann, wenn die Geschichte irrelevanter wird.
[00:07:57] Das heißt, im Endeffekt, solange man eine gute Geschichte hat, ist jetzt aber losgelöst von Bitcoin, solange kann was existieren, was in der physischen Welt gar nicht greifbar ist, weil die Masse daran glaubt. Also durch das bloße Narrativ wird es existent und beginnt letztlich vorhanden zu sein. Und wenn die Geschichte aufgehört wird zu erzählen, dann erlischt es.
[00:08:23] Also Narrativ ist eine Geschichte auf der einen Seite, ja, aber Geschichten sind unfassbar mächtig, weil ohne Geschichten existieren manche Dinge schlichtweg nicht. Ja, das passt perfekt und das ist interessant, dass wir noch einen zweiten Autor gestern gefunden hatten, nämlich Robert Schiller, ein US-amerikanischer Ökonom, der hat sogar den Wirtschaftsmodellpreis bekommen, nicht für die Theorie, aber ein bisschen was anderes noch.
[00:08:47] Und er hat 2019 ein Buch veröffentlicht, Narrative Economics. Da geht es also genau um diese Narrative und er sagt genau das Gleiche. Also Harari hatte ja, glaube ich, DNA auch gesagt zur Verbreitung und er geht in die Richtung, dass sich diese Geschichten, diese Narrative quasi auch wie Viren verteilen.
[00:09:02] Und er hat dann immer so Pandemien mitgenommen und er hat 2019 geschrieben, da war die Corona-Pandemie noch nicht vorhanden, aber da ist dann gleich die Alarmglocken angegangen bei mir, weil er sagt, er sagt aus seiner Sicht, so Geschichten haben auch Ansteckungsraten, die sich immer weiter schneller verbreiten, insbesondere durch Internet, Social Media und Co., was wir jetzt gerade haben. Aber das gab es auch früher schon und genauso gibt es wiederum eine Erholungsrate. In dem Moment geht dann die Geschichte wieder zurück und die Leute vergessen es quasi.
[00:09:28] Und das ist genau das, was sich ja auch Harari und er wiederum sagen, deckt sich ja eigentlich, das ist quasi die gleiche Aussage, die dahinter steckt. Eine Geschichte entsteht und er wiederum sagt genauso, dass aus seiner Sicht Währung, Geld und vor allem in seinem Buch, und das fand ich unfassbar spannend, weil ich es noch gar nicht gesehen hatte, das erste Kapitel nennte er Bitcoin als Musterbeispiel. Ein ganzes Kapitel geht nur um Bitcoin, weil er sagt, Bitcoin ist für ihn das Musterbeispiel eines Narrativs, weil man sich diese Geschichte erzählt.
[00:09:56] Bitcoin kam von 0 Dollar, 0 Euro und plötzlich sind wir jetzt, heute Abend natürlich ein bisschen weniger, aber wir waren schon viel weiter von 0 quasi auf 100.000 US-Dollar. Und wie ist das passiert? Und er sagt zum Beispiel auch, diese Technologie, die darunter steckt, das ist schön und gut, das ist die Basis. Blockchain, Difficulty Adjustment, die Begrenztheit und so weiter. Aber das ist nicht das, was die Menschen anlockt. Die Menschen lockt dann wiederum an, welche Geschichten man wiederum aus diesen Fakten, welche Narrative man erstellt.
[00:10:26] Beispielsweise Bitcoin ist durch die Begrenztheit wie digitales Gold. Dadurch wird Bitcoin irgendwann den gleichen Preis haben wie Gold. Bitcoin ist begrenzt, deswegen ist Inflationsschutz. Bitcoin kann ich selbst halten, deswegen ist es krisensicher. Und das macht er genauso auf und für ihn sagt er aber auch am Ende, es kann natürlich auch sein, dass sich solche Geschichten sich immer wieder weiter aufbauschen, aber dann irgendwann in eine Blase enden, weil halt einfach kein Gegenwert wirklich da ist.
[00:10:51] Und das kennen wir ja, wenn Blasenbildung entsteht, hast du ja auch Geschichten wie diese Aktie, .com-Blase Anfang des 2000er, das Internet wird das nächste große Ding werden, du kannst dir nichts falsch machen quasi. Jetzt haben wir das AI-Thema, KI-Thema, könnte man auch das drüber stülpen. Aber er sagt, Narrative können theoretisch auch zurückgehen und dadurch dann Blasen erstmal entstehen und dann wieder platzen. Und das fand ich spannend, dass beide quasi auch das Geld, die Geldthematik mit reinnehmen, weil auch beide sagen,
[00:11:18] Geld basiert eben auf Vertrauen, auf Glauben. Und wie verteilt sich Glauben und Vertrauen? Über Geschichten, die man sich erzählt. Und da sind sie beide auf jeden Fall einer Meinung. Und das finde ich interessant, dass sie beide Geld mit reingenommen haben. Vor allem Harari, der ja nicht unbedingt Ökonom ist in dieser Hinsicht dann. Ja, und auch kein großer Bitcoin-Fan. Oh ja. Ich fand es interessant zu lesen, dass es halt auch außerhalb der Bitcoin-Welt, wo wir sagen, naja, eine Währung basiert ja letztlich auf Vertrauen.
[00:11:46] Wenn Vertrauen weg ist, dann war es das. Dass man halt sagt, so eine Währung ist halt nicht viel mehr. Ist halt das, worauf man sich geeinigt hat. Und für uns ist das natürlich irgendwo klar. Für alle, die sich mit Bitcoin beschäftigen auch. Aber ich freue mich immer, wenn ich sowas lese in einem ganz anderen Kontext. Und da irgendwo für mich dann halt feststelle, okay, das eine oder andere, was auf den ersten Blick vielleicht befremdlich wirkt,
[00:12:13] wenn man über Bitcoin auf so eine Aussage stößt, ist halt im zweiten Schritt gar nicht so unüblich, sondern ist halt letztlich dem geschuldet, dass es irgendwie Gedanken sind, die man sich im Alltag halt nicht so häufig macht. Und bezüglich der Tatsache, dass die Geschichten forterzählt werden müssen. Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnerst, aber wir hatten ja mal die Folge gemacht über die Adoptionskurven.
[00:12:35] Also einmal dieses S oder die andere Darstellung, dass man eben die Innovators, dann kommen die Early Adopters, dann kommt die frühe Mehrheit, späte Mehrheit und die Nachzügler. Und nach den ersten beiden ist ja auch häufig, also in dieser Theorie ist es ja so, dass nach den ersten beiden, auch wenn das hervorragend laufen kann, dass da ein Gap kommt, den es zu überwinden gilt.
[00:13:04] Und ich habe mich heute Morgen gefragt, ob dieser Gap vielleicht auch auf die fehlende Geschichte zurückzuführen ist, weil die ersten zwei Stufen, da läuft das alles. Man erzählt sich eine Geschichte, die ist für beide passend, aber vielleicht findet man da nicht die richtige Geschichte für die nachfolgenden Stufen und dann kommt diese Lücke, über die man vielleicht nicht hinwegkommt. Und das fand ich einen interessanten Gedanke, der ist aber noch nicht zu Ende gedacht. Dann wollte ich dir einfach mal so ohne Vorwand an den Kopf werfen.
[00:13:32] Ja, nee, das passt ganz gut, weil ich für mich auch notiert hatte, dass gerade Narrative auch Menschenorientierung geben. So ein Ziel nach vorne vor allem. Und da hatte ich einen schönen Satz gesehen oder einen Bereich gelesen. Da ging es darum, dass bei ganz vielen Dingen, die wir tun im Leben, beispielsweise du kaufst ein Auto, du gehst ins Restaurant, kriegst du sofort ein Feedback, ob es dir gefallen hat. Also wir beide gehen ins Restaurant, essen was, wir wissen am Ende des Abends hat es uns gefallen, war das Essen lecker, hat das Ambiente gepasst, war die Betreuung gut. Dann wissen wir, für unser Geld haben wir jetzt was bekommen.
[00:14:03] Das Problem ist aber, weil Geld und Bitcoin und Geldanlagen ist, du kriegst nicht ein direktes Feedback. Ich kann jetzt Bitcoin kaufen, aber ich weiß nicht, ob das jetzt in fünf Jahren aufgeht, so wie ich mir das vorstellen kann. Ich kann mir Aktien kaufen jetzt und denke, dass ich in zehn Jahren damit möglicherweise die sieben Prozent, die man immer wieder darstellt, mit den Aktien oder mit dem ETF gemacht habe. Aber ich kriege kein Feedback, es ist eine gewisse Unsicherheit da. Und durch diese Narrative, und das ist ja genau das, was du gemeint hast,
[00:14:29] mit dieser Lücke, die du drin hast, dann mit diesem Narrativ bilde ich mir so eine Überzeugung ja auch aus quasi. Weil ich mir sage, zum Beispiel, nehmen wir es mal raus, Bitcoin ist digitales Gold, deswegen wird Bitcoin irgendwann auf Gold aufschließen. diese Lücke, die ich da irgendwann habe, die überspringe ich jetzt einfach, weil ich in der Zukunft schon so einen Fixpunkt habe, den ich durch ein Narrativ aufgebaut habe quasi. Und deswegen passt es vielleicht schon ganz gut, was du gerade gemeint hattest, dass diese Narrative so eine kleine Brücke darstellen können am Anfang. Der erste Schub ist da, aber um den nächsten Punkt zu bringen,
[00:14:59] dann brauche ich irgendwas Neues, was passendes, was die Menschen auch überzeugt. Und da könnten Narrative natürlich eine große Rolle spielen. Und ich glaube, dann können wir auch im nächsten Schritt so ein bisschen mal drüber gehen, zu gucken, was denn mit Bitcoin bis jetzt war. Weil das passt, glaube ich, ganz gut. Um dann zu schauen, wo sind wir denn heute echt gelandet? Ja, also ich habe mir als ersten Zeitraum aufgeschrieben 2009 bis 2013. Das waren ja letztlich die Anfangsjahre. Und wir haben ja auch schon eine Folge gemacht mit dem Raphael Schön über Cypherpunks.
[00:15:29] Und das war ja so die Idee. Die Cypherpunks, die waren ja da auch sehr früh mit dabei. Wir wollen gleich dazu sagen, wir wollen hauptsächlich über die Zeit reden, die wir auch selbst erlebt haben. Aber trotzdem gehört das ja zur Wahrheit und zur Gesamtstory. 2010 hatten wir noch keine Ahnung davon. Das war schade dann im Nachhinein. Genau. Schön wäre es gewesen, aber naja. Besser spät als nie. Wir sind immer zu spät dran.
[00:15:53] Jedenfalls gab es ja die Cypherpunks und Bitcoin war halt konzipiert letztlich als Peer-to-Peer Electronic Cash System. Also als ein Geldsystem ohne Mittelsmänner, ohne Vertrauen. Und so hat es angefangen. Und da finde ich schon ganz interessant, dass man dann, das war ja dann die Diskussion, was heißt denn das Peer-to-Peer Electronic Cash System? Heißt das Zahlungsmittel oder Wertspeicher? Ja. Und das Ganze ist ja dann im Endeffekt, wenn man so möchte,
[00:16:24] aufgegangen in den Blog-Size-War 2015, 2017. Aber bevor ich da weitermache, würde ich dir natürlich auch die Möglichkeit geben, für den Zeitraum 2009 bis 2013 was zu sagen. Ja, ich glaube, wie gesagt, ich habe es ja auch nicht miterlebt, leider. Aber das, was man mitbekommen hat und vor allem auch Robert Schiller, den ich gerade eben angesprochen hatte, schreibt in seinem Buch auch darüber, dass er sagt, dass es zum Beispiel eine Weiterentwicklung war, dieses Anarchismus. Weil ganz am Anfang war ja wirklich dieses Thema, wir gegen die Banken,
[00:16:52] wir sind ein neues System gegen den Staat. Nicht umsonst hat Satoshi Nakamoto im White Paper ja auch gesagt, dieser Satz da drin steht dann wiederum, dass es darum geht wegen den Banken, dass es das Bailout gab quasi, also dass sie die Banken gerettet haben, dass man genau dagegen arbeiten möchte. Und das war damals so dieses Thema, wir sind etwas Neues, wir gehen gegen die bestehenden Institutionen. Und ich glaube, das war damals so der Grundgedanke und deswegen war die Cypherpunk-Thematik ja dabei. Wir können auf jeden Fall dann, kann ich empfehlen, diese Folge mit Raphael auf jeden Fall zu hören.
[00:17:22] Die war sehr, sehr interessant, weil er das wirklich mal sauber auch recherchiert hatte. Die können wir natürlich dann auch verlinken am Ende. Und ja, genau. Und danach geht es dann weiter mit 2013, was du gemacht hast. Deshalb darfst du gerne da anschließen dann. Werbung. Wenn ihr noch auf der Suche nach dem passenden Anbieter seid, um eure Bitcoin zu kaufen, können wir euch uneingeschränkt die Relay-App empfehlen. Ihr wisst ja, häufig wirkt der Bitcoin-Kauf am Anfang sehr komplex, aber mit der Relay-App ist es sehr, sehr einfach durchzuführen. Ihr ladet einfach die App herunter, verifiziert euch sehr, sehr zügig
[00:17:51] und könnt dann umgehend mit zum Beispiel Sofortüberweisung direkt eure ersten Satoshis oder Bitcoin kaufen. Mit unserem Rabattcode btc-verstehen könnt ihr euch 10% der Kaufgebühren sparen. Alle weiteren Informationen findet ihr in den Shownotes. Und jetzt wünschen wir euch weiterhin viel Spaß bei unserer aktuellen Folge. Werbung Ende. Genau, also im Anschluss an diese Phase war dann letztlich die Diskussion um die Blockgröße. Das war 2015 bis 2017.
[00:18:20] Blockgröße ist ja letztlich begrenzt gewesen und es gab halt im Endeffekt, wenn man so möchte, stark vereinfacht. Da kann man dann auch, das können wir in das Buch verlinken, The Block Size War von Jonathan Beer. Gibt es auch auf Deutsch. Wer sich dafür mehr interessiert, im Endeffekt, es gab die Small-Blocker und die Big-Blocker. Die Big-Blocker haben halt gesagt, wir wollen größere Blöcke. In größere Blöcke passen mehr Transaktionen und die Zahlungen sind gegebenenfalls günstiger.
[00:18:47] Die Small-Blocker haben eher die Auffassung vertreten, der Node-Betrieb muss billig sein, muss dezentral sein und die Skalierung macht man dann über Layer 2. Das heißt im Endeffekt, auf dem Main-Layer haben sich zwei Auffassungen gegenüber gestanden. Einmal Alltagsgeld oder auf der anderen Seite vielleicht doch eher diese Wertaufbewahrungsthematik. Und der Streit entfachte sich halt auf oder anhand des Skalierungsproblems.
[00:19:16] Und daraus ging dann letztlich hervor, dass man gesagt hat, naja, auf dem Main-Layer ist es gar nicht so schlimm, wenn Bitcoin langsamer ist. Weil auf dem Main-Layer ist Bitcoin eher sowas wie digitales Gold. Und da kam dann für mich zumindest das erste Mal eben diese Vorstellung hinzu, dass man halt sagt, okay, auf dem Main-Layer ist es nicht schlimm, wenn es langsam ist. Und dazu passend wurde dann eine Geschichte letztlich erzählt,
[00:19:45] weil Geschichten, wie gesagt, wichtig sind, ganz wertneutral an dieser Stelle. Bitcoin ist halt eher wie digitales Gold. Wir haben auch in einer unserer ersten Folgen gesagt, ist gar nicht schlimm, dass es langsam ist. Wenn du Gold von A nach B transportieren möchtest, brauchst du halt auch ein Schiff beispielsweise. Gold ist schwer vom Volumen groß im Vergleich jetzt zu einer Banküberweisung. Also ist es gar nicht schlimm. Und wenn man das negativ drehen möchte, könnte man sagen,
[00:20:12] aus diesem Defizit, das sich langsam herauskristallisiert hat, nämlich dass der Main-Layer halt in seiner Kapazität begrenzt ist, wurde dann ein Feature, nämlich dahingehend, dass man gesagt hat, das ist so. Bitcoin ist ein Wertspeicher. Und natürlich gibt es mittlerweile noch die Diskussion oder Gedanken darüber, muss ein Geld nicht zuerst ein Wertaufbewahrungsmittel sein, bevor es überhaupt ein Tauschmittel werden kann.
[00:20:38] Nichtsdestotrotz hat Jonathan Beer in seinem Buch dann gegen Ende abgeschlossen mit, im Wesentlichen geht es in dieser Geschichte darum, dass die Smart-Blocker ein überzeugenderes und attraktiveres Narrativ gestaltet haben als die Big-Blocker. Also da haben wir es wieder. Wieder das Narrativ, was halt vorherrschend war. Eine neue Form des Geldes, bei der die Nutzer die Regeln bestimmen, ergibt einfach eine bessere Story als ein globales Zahlungssystem mit hoher Kapazität und niedrigeren Gebühren,
[00:21:04] unabhängig davon, ob die jeweilige Behauptung nun stimmt oder nicht. Und das fand ich auch wirklich spannend, dass er halt im Endeffekt gesagt hat, naja, es ging halt um die Story. Es ging halt um die Story, die sich besser letztlich verbreiten hat lassen und mehr Leute auf die eigene Seite gebracht hat. Und fast perfekt zu Robert Schiller, weil er genau das Gleiche sagt.
[00:21:30] Nicht die beste Idee ist die, die weiter sich am meisten verbreitet, sondern die ansteckendste. Und die ansteckendste ist die natürlich, die die Menschen am meisten catcht, die man vielleicht am besten auch erzählen kann. Und da war es natürlich wahrscheinlich der Fall, dass das interessanter ist in dieser Hinsicht. Aber ich glaube, das Wichtige, das man dabei immer sagen muss oder einschieben muss, da kommen wir glaube ich später auch nochmal drauf, es gibt bei Bitcoin ja niemanden, wo man sagt, die oder wir oder er hat das gesagt, weil jeder kann Bitcoin für sich sehen, wie er möchte.
[00:21:57] Wenn man diese Thematik mit diesem Thema, ist Bitcoin eine Währung, Bitcoin ein Zahlungsmittel. Es ist das, was jemand selber daraus macht. Ich meine, du kannst sagen, es sind Zahlungsmittel, ich kann sagen, für mich ist es digitales Gold. Das interessiert Bitcoin nachher auch nicht. Aber klar, am Ende lebt Bitcoin von den Leuten, die darüber reden, Leuten, die auf Social Media Reichweite haben und so weiter. Da kann man natürlich schon die Thematik reinbringen, dass darüber natürlich auch Narrativ verbreitet werden. Und ich glaube, dann können wir auf 2017 ein bisschen rüber springen, weil das ist dann, als ich angefangen hatte,
[00:22:25] das heißt, das war die erste Zeit, wo ich miterlebt hatte, wie es war. Und ich habe da auch mal die Tage ein bisschen drüber nachgedacht. Es war schon wild dann teilweise auch. Da war dann so, da war das Narrativ nämlich vor allem nicht unbedingt Bitcoin, sondern Blockchain, die drunter lag. Blockchain ist das nächste neue große Ding. Blockchain wird alles verändern. Blockchain wird jedes Unternehmen nutzen. Und gleichzeitig noch für jede Nutzung braucht man was Neues, nämlich eine andere Kryptowährung, eine Altcoin. Also nicht Bitcoin selbst, weil dann war das Narrativ aufgestellt,
[00:22:54] auch worden wiederum. Bitcoin ist zwar da, hat gute Eigenschaften, aber schlussendlich wird es nicht reichen, weil es andere geben wird, die besser, schneller, flexibler sind und so weiter. Also dieses Narrativ hat man da dann aufgestellt. Und damals war es ein bisschen wie im Wilden Westen in der Hinsicht. Aber man hat am Ende gesehen, dieses Narrativ hat sich nicht bewahrheitet. Seit zehn Jahren gibt es keinen möglichen Anwendungsfall von Blockchain. Damals war es ein unglaublicher Marketing-Trick, weil dadurch Geld geflossen ist. Ganz viele Unternehmen haben gesagt, ich packe jetzt, da gibt es einen schönen Satz von
[00:23:24] Andreas Antonopoulos, die Bananen auf die Blockchain. Bis heute gibt es keine Bananen auf der Blockchain. Also nicht, dass ich wüsste. Oder nicht, dass es sinnvoll wäre, auf jeden Fall das zu machen. Also da hat man schon gesehen, rückblickend ist natürlich sehr einfach, auch diese Narrative wieder zuzuordnen. Aber 2017 war vor allem, ging es gar nicht so richtig um Bitcoin, da ging es wirklich um diese Altcoin-Phase, diese ICOs, also wo du dann sehr, sehr günstig neue andere Kryptowährungen kaufen konntest und damit schnell reich werden konntest. Also das war das Narrativ, das sich aber schlussendlich nicht bewahrheitet hat.
[00:23:53] Parallel gab es ja aber auch Number Go Up, oder? Ja, klar. Als du dazukamst, war das ja auch sehr, ich sage mal, der Retail-Rausch, den du schon beschrieben hast, den wir in einem unserer letzten Livestreams mit dem Marc Steiner angesprochen haben. Da haben wir ja beide gemeint, das war schon eine wilde Zeit. Blockchain, nicht Bitcoin, kann ich mich auch noch daran erinnern. Ich stand ja da noch an der Seitenlinie, weil wir uns da noch recht intensiv ausgetauscht haben. Aber dieses Number Go Up,
[00:24:23] das war ja schon ein Thema. Also inwieweit, deiner Erinnerung nach, war das wesentlich für die Verbreitung damals? Auf jeden Fall. Da ging es hundertprozentig nur darum, Geld zu machen, Rendite zu machen. Ich weiß noch, dass ich dir teilweise WhatsApp-Nachricht geschrieben hatte mit irgendeinen Büchern, die nicht von 50% plus gesprochen haben, sondern von 100.000 oder 10.000 fache Verbreitung oder Rendite quasi, was ja unglaublich ist. Und damals war das aber auch so,
[00:24:52] weil das Narrativ bestand. Jeder kann reich werden. Interessant war dabei aber, dass dieses Narrativ, diese Geschichte auch bestätigt wurde für einen kurzen Zeitraum. Es war nämlich damals, egal welchen diesen Altcoin du gekauft hattest, also welche Kryptowährung du neben Bitcoin gekauft hast, dein Portfolio war grün ohne Ende und es ging nach oben. Problem nach innen war, das Ganze hat ungefähr drei Wochen gehalten und danach war das Ganze auch wieder so schnell wie möglich, wie es auch wieder hochkam, sodass am Ende eigentlich die wenigsten wirklich im Plus rausgekommen sind und die meisten anderen Kryptowährungen
[00:25:22] von damals wahrscheinlich seitdem auch gar nicht mehr, also preismäßig, nicht mehr ansatzweise überhaupt wieder angestiegen sind. Und deswegen, auch da war natürlich wieder hier, die Gier nach Geld, nach Rendite, war der größte Treiber, wie die Leute dazugekommen sind. Und das auf jeden Fall, das war auf jeden Fall der große Punkt, ja. Aber auch für Bitcoin dann, oder? Also klar, die Altcoins haben gemeint, sie können jetzt gegen Bitcoin ein bisschen anstinken und Bitcoin ist alt und langsam und doof, aber bei Bitcoin ging es ja auch letztlich darum,
[00:25:51] weil dann ist es so, dass wir mittlerweile jetzt schon das dritte Narrativ letztlich gesehen haben. Wir sind von freies Geld für freie Menschen aus der Ära der Cypherpunks hin zu digitalem Gold auf dem Main Layer und Eskalierung macht man über Layer 2 hin zu, okay, die Zahl wird halt groß. Also das ist ja schon interessant, wollte ich nur nochmal festhalten, dass es jetzt schon drei verschiedene Light-Narrative gab.
[00:26:20] Ob das schlimm ist oder nicht, können wir ja am Ende besprechen, wenn wir alle durch haben. Aber ich finde es wirklich abgefahren, weil wir sind gerade im Jahr 2018 und haben schon drei verschiedene Narrative letztlich kennengelernt. Genau, weil dann würde ich, für mich habe ich das nächste aufgestimmt, ich weiß nicht, ob du zwischen 2018 und 2020 was hast, weil für mich ging das nächste dann 2019, 2020 los. Ja, 2020, 2021 habe ich, ich kann es gerne weitermachen, ja.
[00:26:50] Genau, weil das war ja dann, kennen wir alle, glaube ich, die meisten können sich daran erinnern, wir hatten dann die Corona, den Lockdown, da hat unser Podcast angefangen, dann ging es plötzlich los, dass Bitcoin natürlich nach unten gefallen ist, dann kam die Thematik auf, dass die Inflation nach oben gegangen ist, es kam die Thematik auf, dass die Inflation steigt, das Gelddrucken, dieses Narrativ des Gelddruckens, jetzt werden die Staaten den Gelddrucker anwerfen und in den USA gab es sogar dann nachher die, ich weiß gar nicht, wie viele Dollar waren, ich glaube es 1000 oder 2000 Dollar, die jeder bekommen hat, das Helikoptergeld quasi,
[00:27:20] sowas in die Richtung und dann war eben das Narrativ, was da am meisten rauskam, auch wieder dieses Bitcoin als digitales Gold, aber in die Richtung, als Absicherung gegen dieses Gelddrucken, gegen Inflation, ich habe etwas, was wirklich nicht vermehrt werden konnte, hat natürlich perfekt in diese Zeit gepasst und sehr gut dazu gepasst hat und jetzt kommen wir, glaube ich, an einen ganz wichtigen Punkt bei Narrativen, den auch Robert Schiller in seinen Büchern immer anspricht, es ist auch sehr gut, wenn jemand Bekanntes, eine schillernde Figur, sich vorne hinstellt und die Dinge erzählt
[00:27:50] und in dem Fall 2020, 2021, kam halt irgendwann Michael Saylor auf die Bühne und ich weiß noch, dass er damals teilweise Vorträge gehalten hat in die Richtung, stellt euch vor, das Geld auf eurem Konto ist dieser schmelzende Eiswürfel. Auch ein Narrativ, einfach ein Bild, was man sich perfekt einordnen kann, da muss ich nicht erklären, was Inflation ist, ich muss nicht erklären, wie die Inflation entsteht, jeder kann sich vorstellen, oh meine 10.000 Euro auf dem Bankkonto, sagt der Michael gerade, die schmelzen wie ein Eiswürfel, das kann ich mir vorstellen, deswegen sollte ich etwas tun
[00:28:20] und das ist unfassbar einfach, es ist unfassbar weitererzählbar, das kann ich meinen Freunden weitererzählen und natürlich auch einfach emotional, weil ich dieses Thema habe, ich habe Angst, dass mein Geld eben an Kaufkraft verliert, ich habe quasi eine Art, ich sage jetzt mal Feindbild, der Staat, die Regierung damals ja sowieso mit dem Thema Lockdown, die Banken und so weiter und ich habe dann einfach was Neues, nämlich jetzt dieses Bitcoin, was quasi als der neue Superheld auf das Blatt Papier kommt und sagt,
[00:28:48] ich bin die Lösung gegen oder für diese Probleme quasi und da würde ich sagen, ist schon das nächste Narrativ, nämlich diesen Inflationsschutz und diese Absicherung gegen staatliches Geld drucken am Ende. Genau, im Endeffekt, während der Corona-Zeit war es ja so, dass die Staaten Geld gedruckt haben ohne Ende und dann hat sich eben das Narrativ eingestellt, schau mal, bei Bitcoin ist es anders und ich hatte mir als Narrativ für diesen Zeitraum rausgeschrieben,
[00:29:18] Inflationsschutz. Also im Endeffekt, ja, könnte man auch darüber sprechen, gibt es überhaupt Inflationsschutz oder vielleicht nur ein Inflationshedge, aber das war halt das, was letztlich gesagt wurde. Wie du gesagt hast mit dem Eiswürfel und auch dieser Heldenfigur, die sich ja dann letztlich aufgetan hat, kann man dazu stehen, wie man möchte, aber das ist ja auch was, an dem Geschichten maßgeblich hängen, dass du eine Person hast, die sich hervortut, die letztlich sagt,
[00:29:48] schaut mal, das ist das Problem, ich habe die Lösung, alles ganz toll, aber genau, also Inflationsschutz war ein Thema und wenn du jetzt nochmal, oder wenn wir zusammen nochmal zurückschauen auf das White Paper, Peer-to-Peer Electronic Cash System, ich müsste es jetzt nochmal lesen, aber da stand meines Wissens nichts von Inflationsschutz. Also es ist jetzt nichts, was angelegt war, es ging halt letztlich darum, ein anderes Geldsystem zu schaffen, aber kein Inflationsschutz
[00:30:17] und auch kein digitales Gold und ja, also wissen wir eigentlich, ein weiteres Narrativ, das sich dann so durchgesetzt hat. Das ist halt das Problem, wir wissen halt nicht, was wirklich nachher die Idee von Satoshi Nakamoto, oder wer das immer war, wir wissen es halt einfach nicht, weil das White Paper relativ wenig aussagt, das sagt ja eigentlich gar nichts aus, im Blick auf ökonomische Dinge 0,0, aber natürlich, klar, es ist egal wie, aber man muss diese Geschichte sich ja erstmal im Kopf erarbeiten, indem man sagt, ich gucke mir jetzt
[00:30:47] diese Eigenschaften an, was kann ich mir denn daraus quasi nicht erfinden, ist das falsche Wort, sondern was kann ich daraus entdecken für mich, ah, es ist begrenzt, also sowas wie digitales Gold und das sind halt die ganzen Dinge, was aber dann immer spannend ist, rückwirkend kann man nämlich dann auch schauen, ob diese Narrative gehalten haben und wenn wir mal ehrlich sind, Inflationsschutz ist unfassbar schwierig zu argumentieren, wenn man natürlich auf den Preis schaut, natürlich, klar, über eine gewisse Zeit sehe ich ja, dass die, prozentual habe ich es wahrscheinlich, ich habe jetzt den Preis nicht mehr im Kopf, seit 2020, 2021,
[00:31:17] je nachdem, welchen Zeitraum ich genutzt habe für Bitcoin, ist halt nicht so einfach, wenn halt Bitcoin in fünf Jahren hoch geht und plötzlich wieder abfällt und ich nachher quasi die Inflation auch nicht geschlagen habe, aber das Narrativ hat halt funktioniert, ist halt cool, funktioniert immer noch, je nachdem, aber ich würde eher, ich würde die Frage eher umlenken Richtung,
[00:31:47] gibt es einen Inflationsschutz oder gibt es nur eine Absicherung gegen Inflation, weil Inflationsschutz wäre was, was letztlich eins zu eins direkt Inflations geht rauf, die Performance ebenso, die praktisch, ja, sobald ein Angriff, wenn man so möchte, auf dein Vermögen vonstatten geht, dass du was hast, das eins zu eins live darauf reagiert, sowas, wir haben ja auch schon mal eine Folge dazu gemacht, haben wir damals nicht gefunden, ich hatte noch eingewandt, vielleicht eine Indexmiete, wenn man bei der,
[00:32:17] bei der, bei der vermieteten Wohnung halt sagt, Instandhaltung und so weiter, klammern wir aus, aber selbst das geht jetzt nicht mehr, also ich würde sagen, einen Schutz gibt es nicht und ein Inflationshedge ist Bitcoin nach wie vor, wenn der Betrachtungszeitraum halt ausreichend lang ist, danach habe ich mir dann aufgeschrieben, 2023, 2024, die ETFs, hast du noch was dazwischen? Ich hatte zwischendrin, was mir noch aufgefallen ist, das FTX-Thema, da war so ein bisschen, glaube ich, das war 2020, glaube ich, 2022 im Herbst, glaube ich,
[00:32:47] da kam vor allem auf, dieses Ding, naja, Bitcoin ist nicht das, was jetzt FTX, also für alle, die sich wissen, FTX war damals eine Handelsbörse und bei dem man halt Bitcoin kaufen und verkaufen konnte, auch andere Kryptowährungen und die haben halt Bitcoin natürlich gehalten, haben sie dann aber schlussendlich auch weiterverliehen und irgendwann ist halt das ganze Kartenhaus zusammengebrochen und deswegen am Ende auch Bitcoin, weil der Preis dann kollabiert ist und da war, glaube ich, so ein bisschen Narrativ drin, hey, Bitcoin ist was anderes, wenn du Bitcoin selbst hältst, das ist deins, du musst es bei dir behalten
[00:33:16] und Bitcoin ist unabhängig von dem, was außen passiert, das Netzwerk ist selbst nichts passiert, das ist immer noch unabhängig, das läuft weiter, auch wenn FTX großen Müll gebaut hat und dieses Narrativ besteht bis heute noch, wenn ich meine Bitcoins selbst halte, kann es mir egal sein, ob Coinbase, Binance und Co. irgendeinen Blödsinn anstellen, dann bin ich raus und gut ist und das hatte ich noch im Kopf, dass damals halt eben, gerade preistechnisch, dass das eine große Thematik war. Ja, das war auf jeden Fall Thema, war für mich aber eher,
[00:33:46] oder in meiner Erinnerung nach ist es eher so gewesen, dass man halt gesagt hat, ja klar, wenn ihr Bitcoin falsch verwendet, dann kann euch das passieren, deshalb, ja Self-Custody und das Problem in dieser Hinsicht wäre gelöst. Und noch was ganz kurzes in eigener Sache, wir haben euch ja vor kurzem gefragt, wo ihr denn bei Bitcoin die größten Probleme habt und da war die Antwort wirklich eindeutig, nämlich unter anderem bei der sicheren Aufbewahrung und zwar nicht bei der Theorie, sondern wirklich bei der praktischen Umsetzung und 14 von euch
[00:34:15] haben uns sogar geschrieben, dass sie deswegen schlaflose Nächte haben. Und das kann es unserer Meinung nach nicht sein, deshalb wollen wir genau das mit euch ändern. Wir planen gerade ein Programm, in dem wir in kleiner Runde persönlich mit euch die Selbstverwahrung angehen werden, Schritt für Schritt, bis ihr für euch sagt, die Selbstverwahrung habe ich jetzt vollständig im Griff. Kleiner Hinweis, die Plätze werden begrenzt sein, deshalb solltet ihr euch unbedingt in die Warteliste eintragen. Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. 2023, 2024 war dann halt
[00:34:44] das ETF-Thema, letztlich omnipräsent, die Wall Street ist dabei, Legitimation durch Adoption, Bitcoin ist im Mainstream, Bitcoin kann in normales Depot. Ja, ist so. Da letztlich, wie bei Michael Saylor, gab es auch schon kritische Stimmen, die halt letztlich gesagt haben, ist das so noch die Grundidee oder ist sie es nicht? Aber im Endeffekt war das für die Leute, die halt Bitcoin als Asset gesehen haben, letztlich der ultimative Ritterschlag
[00:35:13] und wurde deshalb auch von genug Leuten ja, bejubelt. Hinsichtlich des Preises haben sich natürlich alle gefreut, weil, wenn die institutionelle Nachfrage letztlich auf das Angebot trifft, das natürlich begrenzt ist, kann der Preis nur nach oben gehen. Aber, da sieht man, jetzt sind wir 2023, 2023, und wir sind halt mittlerweile nicht mehr bei dem freien Geld, sondern bei, wann kommen die institutionellen Anleger dazu? Wann kommt BlackRock und Co. dazu?
[00:35:43] Und das ist ja so weit weg, wie man sich's nur irgendwie denken kann, von, jeder hat die Möglichkeit, ein freies Geld für sich zu verwahren, das ich grenzenlos überall hin mitnehmen kann und verschicken kann, ohne dass mir irgendjemand reinredet. Und spätestens hier, finde ich, könnte man schon darüber sprechen, aber eins hätte ich noch, wie das eigentlich dazu gekommen ist. Aber,
[00:36:13] wie gesagt, ein weiteres Narrativ hatte ich noch aufgeschrieben. Ja. Nee, also gerade bei den ETF-Themen, das ist halt wirklich, wobei, auch hier, glaube ich, muss man zurückrudern und sagen, es ist ja nicht der allgemeine Tenor. Es ist halt die, die am Lautesten schreien und die darüber berichten und darüber schreiben, heißt ja nicht, dass jeder das zum Beispiel gut findet. Das muss man, glaube ich, rausheben. Es ist halt das, was so gerade bei Social Media und Bitcoin lebt halt auf Social Media dargestellt wird. Es gibt ja keine Marketingabteilung über Bitcoin. Es gibt ja niemanden, der sagt, Bitcoin denkt so quasi
[00:36:43] oder das ist die Richtung, sondern es ist einfach, hier werden ETFs, BlackRock und Co. haben Bitcoin aufgenommen. Wir können nichts dagegen machen, wenn ich da keinen Bock drauf habe, ich kann mich auf die Beine stellen oder auf den Kopf stellen. Es ändert nichts, nichts dran. Das Problem ist aber nur, was ich, glaube ich, da interessant fand, das ist ein Problem bei dem Narrativ, weil das Narrativ ist ja auch, okay, jetzt kommt ETF und das wird dann quasi die Schleusen öffnen für Liquidität von den Rentenfonds, von Versicherungen, von anderen Anlageberatern und so weiter. Dann ist ja die Frage, ja,
[00:37:13] ist das jetzt gut oder ist das schlecht? Und man steht quasi in der Mitte in der Richtung, wer ist eigentlich mein, waren nicht die früher die Feinde, die ich gerade wiederum feiere, weil sie es übernommen haben? Also, wo bin ich denn jetzt eigentlich gerade gelandet? Und das macht es, glaube ich, so ein bisschen schwierig, dieses Narrativ dann auch oder diese Phase einzuordnen, wie du gerade gesagt hast, weil man verliert ja komplett quasi den, also wenn man sagt, geil, hoffentlich kommen jetzt die ETF-Menschen dazu und die kaufen das und auf der anderen Seite, ja, aber das sind doch eigentlich die Banken, gegen die oder wegen denen man ja Bitcoin eigentlich erschaffen hat,
[00:37:43] um dagegen zu arbeiten. Also du bist so im Zwiespalt und da sind wir halt halt, oder sind wir immer noch drin. Also das hat sich ja nicht geändert bis jetzt, es ist ja immer noch die Phase und das ist sehr, sehr spannend, wie wir da gelandet sind. Ja, klar, also bei allen Narrativen im Endeffekt ist es ja so, das ist halt das, was mir als vorherrschendes Narrativ in Erinnerung geblieben ist oder wenn man ein bisschen liest, was die Vergangenheit anbelangt, was halt, was halt letztlich Konsens von der Masse war. Es gab natürlich immer,
[00:38:12] wenn du die Cypherpunks anschaust, die sind immer noch dabei, die werden das nicht gut heißen, nach wie vor nicht, aber es sind halt einfach nicht die lautesten Stimmen in dem jeweiligen Zeitraum und die lautesten Stimmen mit den besten Geschichten definieren halt letztlich in meiner Wahrnehmung den Diskurs, vor allem auch den Diskurs für die, die neu dazukommen, weil die, die neu dazukommen, die haben ja den Erstkontakt nun mal mit denen, die gerade Content eben zur Verfügung stellen,
[00:38:41] egal wo das ein Podcast ist oder YouTube oder ein Buch oder egal was und vor dem Hintergrund eben das Abschichten der Narrative, aber du hast natürlich recht, es ist nicht so, dass sich irgendeiner hinstellt und zeigt, so, ab heute ist Bitcoin digitales Gold und bis gestern war es irgendwas anderes. So ist es nicht, aber trotzdem für die relativ junge Zeit, die Bitcoin hat existiert, für die relativ kurze Zeit, die Bitcoin eben am Start ist, ist es schon erstaunlich,
[00:39:10] wie schnell sich eben so die gängige Geschichte ändert. Ja, ich glaube aber, dass halt Bitcoin dann Besonderheiten ist und da glaube ich, kommen wir hoffentlich nachher nochmal ganz kurz nochmal Zeit dazu, auf andere Geldanlagen zu gucken, weil nicht, dass man nachher denkt, das ist nur bei Bitcoin so, aber Bitcoin ist eine Besonderheit, weil es einfach jung ist, es ist unfassbar schnell, es lebt komplett in Social Media, also es ist quasi ein perfekter Nährboden für diese Narrative und weil es einfach nicht so viele Inhalte gibt und wie du ja gerade gesagt hast, das Problem ist ja auch,
[00:39:39] wenn du frisch dazukommst, du kommst ja einerseits zu den Menschen, die du hörst, die du liest, die du zuschaust und du kommst aber auch zu diesem Narrativ, das ja gerade aktuell interessant ist, da kommst du dazu quasi. Das heißt, es kommt immer darauf an, wo bist du denn zu Bitcoin dazugekommen, umso schwieriger beziehungsweise einfacher ist es, an diese Punkte hinzukommen, wo du möchtest und das andere ist auch und das ist glaube ich ganz wichtig, musst du einfach zugeben, wenn ich dir jetzt erzählen würde, hey, mit Bitcoin kannst du etwas selbst halten,
[00:40:09] was dir keine Bank, keinen Staat und so wegnehmen kann oder ich erzähle dir, mit Bitcoin bist du in 10 Jahren raus und kannst in Rente gehen. Ich verspreche dir, 99% der Menschen werden sagen, die zweite Story ist viel geiler, die merke ich mir. Weil es ist einfach in uns drin, diese Gier nach Geld, nach Freiheit ist so krass in uns implementiert und das haben wir jetzt mit so vielen Psychologen gesprochen, haben wir in Umfragen gesehen und so weiter. Geld zieht halt einfach. Plus eine coole Story, plus sowas wie Bitcoin, was ja irgendwie modern ist, was neu ist, was, ich glaube Robert Schiller
[00:40:39] hat sogar selber geschrieben, etwas, du fühlst dich wie ein Weltbürger, du bist was dabei, das modern ist, was neu ist, was cool ist und diese Kombination ist halt Bitcoin derzeit einzigartig und das macht es halt einfach so schwer, dann auch möglicherweise die anderen Themen, ich meine, wir reden uns seit sechs Jahren den Mundfußleg bezüglich Selbstverwahrung, was eigentlich auch ein stinklangweiliges Thema ist, aber es ist halt unfassbar wichtig. Aber die meisten interessiert sich erstmal nicht, die meisten gehen da drauf und sagen, oh, was sagt denn das Power Law jetzt aus? Oh, was sagt denn jetzt der nächste Boden?
[00:41:08] Wann kommt der nächste Bullenmarkt? Ist halt so, kann man leider nicht ändern. Das sind Menschen, das wird sich wahrscheinlich im nächsten Jahrzehnten, Jahrhunderten, vielleicht sogar Jahrtausend auch nicht mehr ändern wahrscheinlich. Das Power Law, wenn ich das vorhin richtig gesehen habe, seit heute wahrscheinlich nicht mehr so viel. Ich wollte noch, ich habe ja gesagt, ich habe noch ein weiteres Narrativ, stimmt nicht. Ich habe einen weiteren Zeitraum, nämlich seitdem, also seitdem die ETFs letztlich live sind,
[00:41:36] sind halt zwei Narrative parallel. Davor war es in meiner Übernahme so, dass es im Endeffekt so war, dass sich die Narrative die Klinke in die Hand gegeben haben. Und jetzt haben wir halt auf der einen Seite immer noch dieses Thema institutionelle Anleger, staatliche Bitcoin-Reserve. Aber digitales Gold hat sich in meiner Übernahme auch festgesetzt. Und wenn man das digitale Gold-Narrativ halt anschaut, zusammen mit der Institutionalisierung in börslicher Hinsicht, ist es halt so,
[00:42:05] dass der Goldpreis im gewissen Zeitraum gestiegen ist. Zentralbanken haben Gold gekauft, also dieser sichere Hafen, den hatten wir noch gar nicht, aber der ist ja letztlich zeitgleich im Parallel mit dem digitalen Gold-Narrativ gesetzt worden. Dieser sichere Hafen, der bröckelt so ein bisschen oder wenn du jetzt so auf den Preis schaust, natürlich ist er ein bisschen gebröckelt und das zu einer Zeit, wo eben die
[00:42:35] Institutionalisierung Einzug gehalten hat. Das heißt letztlich, wenn man so möchte, aus Assets-Sicht im Zeitpunkt der perfekten Rahmenbedingungen, die ETFs sind da, Staaten wollen loslegen, jetzt geht es richtig ab, du hast gesagt, Rentenfonds, Geld wird reinfließen ohne Ende. Genau in dem Zeitpunkt haben sich lustigerweise auch die institutionellen Anleger dazu entschieden, Bitcoin, wenn du dir anschaust, mit was hat denn Bitcoin eine hohe positive Korrelation aufgewiesen,
[00:43:04] Zeitwasser zu behandeln wie letztlich Tech-Aktien, wie Software-Aktien. Das ist jetzt auch schon nicht mehr der Fall, also die Korrelation hat sich mittlerweile auch schon wieder erledigt, aber es ist halt trotzdem irgendwo abgefahren, dass genau in dem Moment, wo eigentlich die Tür war da, das Geld hätte nur noch durchgehen müssen, die Story hat gepasst, alles hat gepasst, aber dann hat sich Bitcoin halt und das ist halt immer so gewesen bisher, hat sich Bitcoin halt anders verhalten, als man es erwartet hätte,
[00:43:33] als man es hätte erwarten können, jetzt habe ich es und ja, also Bitcoin Reserve auf der einen Seite, digitales Gold-Ziererhafen auf der anderen Seite, beides noch nicht, beides noch nicht durch. Wir sprechen bei uns im Podcast ja immer wieder darüber, warum denn die Aufbewahrung bei Bitcoin so wichtig ist und für die sichere und langfristige Aufbewahrung eurer Bitcoin können wir euch die Hardwallet Bitbox02 aus der Schweiz empfehlen, denn durch die einfache Handhabung, die nutzerfreundliche
[00:44:02] Bedienoberfläche, den hohen Wert auf Sicherheit und vor allem auch den sehr, sehr guten Support ist sie aus unserer Sicht für alle Einsteiger und Einsteigerinnen, aber auch Fortgeschrittene wirklich sehr zu empfehlen. Und mit unserem Code BTCverstehen spart ihr 5% auf eure Bitbox02 oder Bitbox02 Nova. Und wenn ihr dann eure Sicherung, also die Wiederherstellungswörter, eurer Bitbox vor Feuer, Wasser und anderen externen Faktoren schützen möchtet, können wir euch den Edelstahltresort von SIDOR empfehlen. Auf diesen könnt ihr eure Wiederherstellungswörter einstanzen
[00:44:32] und sie dadurch langfristig schützen. Und auch bei SIDOR könnt ihr mit unserem Code BTCverstehen 5% sparen. Alle Informationen zur Bitbox und zu SIDOR findet ihr auch in den Shownotes und nun wünschen wir euch weiterhin viel Spaß mit unserer aktuellen Folge. Werbung Ende Ja, glaube ich, wenn man so ein bisschen einen Blick auf die aktuelle Lage geht und wir hatten ja die Folge deswegen überlegt, weil wir vor ein paar Wochen mit Philipp Mattheis gesprochen hatten und der hat das Wort Sinnkrise gebracht und das fand ich so interessant. Und wenn man nämlich ein bisschen durchgeht, wie du gerade schon angefangen hast,
[00:45:02] wir haben jetzt gerade die Thematik alles steigt, was heißt alles, nicht alles, aber außenrum steigt quasi alles außer Bitcoin. Die ganze KI-Thematik ist vorhanden, Gold jetzt gerade nicht mehr, aber die letzten Monate im Gegensatz zu Bitcoin gestiegen. Wir haben dieses Narrativ, was wir auch schon mal, was wir vergessen hatten zum Beispiel zu sagen, dass man immer, wo weiß ich kein Narrativ, es war ja ein Fakt, dass man alle, wenn man vier Jahre Bitcoin gehalten hat, dass man immer ein Plus ist, kannst du auch eine Tonne klopfen, ist auch seit Jahren schon mal kaputt gegangen, was ja viele auch
[00:45:31] viele Tage behalten haben, weil sie sagen, hey, jetzt halt mal Bitcoin länger als die vier Jahre, dann bist du auf jeden Fall ein Plus, das heißt, sie auch erledigt. Wie du gesagt hast, die Staaten sind nicht da, also man hört nichts mehr davon, dass irgendeiner plant, Bitcoin zu kaufen derzeit. Von den USA hörst du auch sehr, sehr wenig derzeit, die haben andere Dinge zu tun. Du hast die Thematik Unabhängigkeit von Staaten, Banken, Regulatorik, ist gerade in Europa mit Mika und Co. eher enger geworden. Das heißt, die ganzen Plattformen müssen sich da dran halten.
[00:46:01] Inflationsschutz, wie gesagt, ist derzeit auch sehr schwer zu argumentieren, zu sagen, ja, wenn du Bitcoin kaufst, das ist Inflationsschutz gegen die Inflation. Naja, Bitcoin ist halt seit Oktober um wieviel Prozent, 50, 60 Prozent gefallen. Ist auch nicht so einfach. ETFs haben nicht die Liquiditätsschub gegeben, die man vielleicht erhofft, hofft hat lange. Zahlungsmöglichkeiten, was auch so narrativ ist, dass man Bitcoin als Zahlungsmittel nutzt, passiert es auch nicht wirklich so, dass du sagst, in der Öffentlichkeit, wir nutzen es großartig. und dann auf der anderen Seite,
[00:46:31] das ist so spannend daran, dann kommen andere Narrative und ein gigantisch großes Narrativ ist halt derzeit KI, AI-Thematik, dass das das neue große Ding wird. Und das ist auch ein Narrativ, mehr ist es nicht, zu sagen, AI und KI werden unser Leben verändern, weil es alle nutzen werden, deswegen müssen wir da jetzt investieren. Das Narrativ ist halt derzeit einfach ansteckend, mehr ist es nicht und Bitcoin bleibt in der Seitenlinie, hatten wir ja jetzt mit Ihan besprochen, jetzt vor einer der letzten Folgen,
[00:46:59] und deswegen kann man das schon sehr gut darstellen, dass Bitcoin so eine Sinnkrise hat in diese Richtung, ja was ist es denn jetzt dann wirklich? Also nicht in der Hinsicht, dass man sagt, Bitcoin kann nichts, weil die grundlegenden Eigenschaften sind immer noch da, aber welche Geschichte ist denn gerade da, die man auch gerade neuen Menschen erzählen kann, wie die wiederum auf diesen Zug mit aufspringen oder wie du gerade am Anfang gesagt hattest, diese Lücke überspringen quasi zu sagen, da gehe ich jetzt hin und schaue uns mal genauer an, weil von Bitcoin haben die meisten schon gehört,
[00:47:29] jetzt glaube ich, in der Zwischenzeit, aber aktiv dazuzukommen ist halt unfassbar schwer und deswegen könnte man glaube ich schon sehr gut sagen, Bitcoin steckt derzeit wirklich in der Sinnkrise nach der Suche nach dem nächsten Narrativ. Für mich ist es nicht ganz so dramatisch, weil wir jetzt ja festgestellt haben, okay, also der Spagat ist gigantisch und wenn man sieht, auf der einen Seite
[00:47:59] freies Geld von Menschen für Menschen hin zu wann kommen endlich die Staaten, das sind zwei Gedanken, die sind schwer in einem Kopf zusammenzukriegen, dass das das gleiche Asset oder das gleiche Gut oder das gleiche Geld beschreiben soll. Bei der Vorbereitung auf die Folge war ich auch relativ irgendwann angefressen, weil ich mich gefragt habe, ist es eigentlich ehrlich, was wir alle machen oder ist es eigentlich ein Stück weit
[00:48:29] scheinheilig, treiben wir genauso wie die Kritiker jetzt wie der Quantencomputer oder KI, treiben wir nicht auch nur die nächste Sau durchs Dorf, nur halt umgekehrt, also im positiven Sinne, dass wir sagen, ja hier ETF und Staaten springen auf und der Preis wird durch die Decke gehen. Da habe ich mir gedacht, ich glaube, das ist zu kurz gegriffen und es ist, würde ich sagen, das ist jetzt meine aktuelle These, bin gespannt, was du da drüber denkst,
[00:48:57] dass man halt einfach schaut, was ist letztlich die Käuferschicht, die noch nicht erschlossen ist, also es finden halt immer mehr Leute letztlich Kontakt zu Bitcoin und wie, ich glaube nicht, dass man das bewusst macht, aber wie erklärt man es den Leuten letztlich am besten? Bei den Cypherpunks zum Beispiel hast du halt dieses vertrauenslose Geldsystem, das war genau das, was die wollten. Bei dem Retail, als du dazugekommen bist 2017,
[00:49:28] die Zahl ging halt durch die Decke, das war genau das, was Sache ist. Unternehmen und Staaten kommen jetzt dazu, da muss man eben schauen, dass man Bitcoin in einer Weise erklärt, die für Unternehmen und Staaten ansprechend ist. Also das ist überhaupt nicht schlimm, dass es verschiedene Narrative gibt. Verschiedene Narrative wirken ansprechend für verschiedene Leute. Das heißt ja aber nicht, dass es unehrlich ist, weil ich kann für mich immer noch sagen, Bitcoin ist halt
[00:49:57] dieses freie Geldsystem, wenn ich Bitcoin selbst verwahre. Bitcoin kann mir niemand wegnehmen, wenn ich Bitcoin selbst verwahre. Nichtsdestotrotz ist es so, dass es Eigenschaften hat, die offensichtlich auch für institutionelle Anleger interessant sind. Und dass man institutionelle Anleger nicht mit der gleichen Story anspricht, wie jetzt einen libertären Cypherpunk, das ist ja irgendwo ein Stück weit nachvollziehbar. Also ich war, heute Morgen haben wir ja kurz gesprochen, da war ich noch recht
[00:50:27] ein bisschen hin und her gerissen, aber im Laufe des Tages hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese verschiedenen Narrative nicht unehrlich sind, sondern einfach dem geschuldet sind, dass Bitcoin von immer mehr Leuten entdeckt wird und immer mehr Leute verstehen wollen, was ist denn Bitcoin und jeder, der halt hinzukommt, hat seinen eigenen Anknüpfungspunkt und daran liegt das, würde ich sagen. Ja, also ich würde auch sagen, dass Narrativ, und du das ganz am Anfang angesprochen hast, nicht per se gut oder schlecht ist.
[00:50:57] Ich glaube eher, dass es in die Richtung geht, dass Narrative selbst wichtig sind für Bitcoin. Ich glaube, die Narrative für Bitcoin ohne die Narrative, wenn es sowas nicht geben würde, würde Bitcoin nicht da sein, wo wir heute sind. Weil aus meiner Sicht und ich, Gott, wir machen jetzt auch schon ein paar Folgen, es ist halt unglaublich schwer zu erklären, was Bitcoin ist, was es macht, ohne in den Narrativ abzurutschen irgendwann. Allein diese Tatsache, dass du es vergleichst mit digitalem Gold, ist die einfachste Variante, ist auf der einen Seite
[00:51:27] komplett falsch, weil es ist viel, viel mehr als Gold. Auf der anderen Seite ist es aber auch richtig, weil es halt Dinge vereinfacht, um zu erklären. Und wir wissen ja beide, wie schwer es ist, Menschen überhaupt an Geld ranzubringen, an Finanzbildung. Und deswegen glaube ich, dass Narrative hundertprozentig wichtig sind, um überhaupt jemanden dahin zu bekommen. Ohne würde es nicht funktionieren. Und, ja, ich bin, ich glaube, und ich glaube Robert Schiller, ich habe da einen Podcast, den ihr auch gehört,
[00:51:57] kurz, gerade eben, schnell, er hat gemeint, auf der einen Seite ist die Narrative zu vereinfachend, weil sie teilweise Dinge darstellen, also wenn man das Beispiel, Bitcoin ist Inflationsschutz. Ist eine schöne Aussage, dann musst du aber graben und tiefer gehen, warum ist Inflationsschutz. Das ist Inflation, wo kommt Inflation her, gegen die ich mich schützen möchte, wie kann Bitcoin schützen? Ja, also es ist vereinfachender, aber auf der anderen Seite ist es aber auch fast zu einfach dann. Also das sind beide Dinge, die irgendwie
[00:52:26] gegeneinander arbeiten, aber wir brauchen sie, sonst wird es nicht funktionieren und wir Menschen lieben halt einfach Storys, wir lieben es, diese Dinger zu haben und natürlich, wie ich gerade eben gesagt habe, wir sind, ich glaube, dass Bitcoin gerade ein bisschen eine Sinnkrise ist, liegt aber auch einfach, dass der Preis gerade unten ist und die Aufmerksamkeit sehr gering ist, was aber glaube ich wichtig ist beim Narrativ, es darf halt nicht einfach nur von den Haaren her gezogen sein. Das ist glaube ich das Thema, weil wenn ein Narrativ halt irgendwann nicht gedeckt ist mit quasi einem Feedback, mit einer, in der Hinsicht, eine Bestätigung, dass es wirklich auch
[00:52:56] funktionieren kann, dann wird es halt irgendwann schwer, weil dann ist es halt irgendwann eine Blase, wo nichts passiert und bei Bitcoin sind wir da weit davon entfernt, aber ich glaube und wir hatten mit Ihan ja darüber gesprochen und wir haben nicht umsonst die Folge damals oder vor ein paar Wochen genannt, Bitcoin muss liefern, das hattest du in der Folge gesagt gehabt und das ist es halt auch. Ich kann nämlich jemandem zehnmal erklären, dass Bitcoin digitales Gold ist, ich kann jemandem erklären, das Narrativ erzählen, Bitcoin ist Inflationsschutz, wenn aber nachher die Fakten nicht funktionieren, in dem Moment, dann ist es schwierig
[00:53:25] jemanden zu überzeugen oder jemanden da hinzubringen, dass er sagt, cool, finde ich gut, weil alles andere ist erstmal nach vorne gedacht, Themen, die da sind und dann ist wieder eine Spekulation, eine Wette darauf, dass es in der Zukunft so sein wird und deswegen glaube ich, wie du gesagt hast, wir machen das gleiche ja auch, wir haben jetzt glaube ich, ich weiß nicht, ich will 320 Folgen, die wir jetzt gemacht haben, wie Gott, wie viele Narrative benutzt haben, will ich gar nicht wissen, aber wir haben es auch gemacht und deswegen, ich glaube ich, gar nicht so schlecht, was ich aber wichtig finde, dass man für sich selbst diese Narrative, die man immer wieder hört von anderen Menschen,
[00:53:56] hinterfragt, was steckt wirklich dahinter, wo kommt das her und was ist es am Ende so, dass es auch eintreten kann und hat das Ganze Hand und Fuß und ich glaube, das ist wichtig und ich glaube, wir sind sowieso beide schon, ich rede jetzt auch mal für dich mit, Befürworter, selbst zu denken und das vermisse ich gerade ein bisschen im Bitcoin-Bereich, ganz viele quatschen Dinge einfach nur nach, ohne selber nachzudenken, was dahinter steckt eigentlich. Ja, Selbstdenken, Selbstdenken ist auf jeden Fall gut. Ich musste gerade an einen Kommentar denken von dem,
[00:54:27] mit der Folge mit dem Dr. Aaron Saar, die war ja bewusst auch ein bisschen kritischer und im Endeffekt muss da das Ziel sein, dass sich jeder selbst mit den Argumenten auseinandersetzt und wichtig ist halt, dass man weder in der positiven Geschichte noch in der negativen Geschichte hinterher rennt und das funktioniert halt nur, wenn man sich mit den Eigenschaften auseinandersetzt und ich bin bei dir, man muss ein Stück weit abstrahieren und in Bildern sprechen,
[00:54:55] sonst ist es einfach nicht verständlich genug, zumindest nicht für die Masse. Wir hätten sicherlich keinen Zugang gefunden, wenn uns, wenn uns irgendeiner Bitcoin auf einer technischen Ebene erklärt hätte, einfach weil das nicht unser Zugang war, nicht unser Narrativ, das wir gebraucht haben, um den Zugang zu finden. Im Endeffekt Sinnkrise ist halt die Frage, was geht voran? Geht das Narrativ voran
[00:55:24] oder geht der Preis voran? Weil im Endeffekt ist es ja so, dass die Narrative auch ein Stück weit rationalisieren, was halt passiert oder was auch nicht passiert. Und das ist halt, damit muss man glaube ich einfach leben. Wenn man sich mit den Eigenschaften auseinandersetzt, kommt man schon für sich selbst zu einem Narrativ, dem man Bitcoin zuschreibt und dann kann man alles andere auch letztlich einordnen,
[00:55:54] würde ich sagen. Ja. Ich würde im Hinblick auf die Zeit nämlich gerne noch, und das hat mich nämlich so ein bisschen gestört, in Anführungszeichen, dass man immer denkt, Narrative sind nur bei Bitcoin vorhanden. Und ich bin mal ein paar Sachen durchgegangen. Jetzt haut man es. Es stimmt nicht. Narrative gibt es bei allen Geldanlagenmöglichkeiten. Wir haben riesige Narrative, beispielsweise Immobilien. Wir erzählen uns seit Generationen, Immobilien werden immer weiter im Wert steigen, da Menschen immer wieder irgendwo wohnen müssen. Deswegen kauf eine Wohnung, kauf ein Haus, dann bist du am Ende des Jahres oder am Ende deines Lebens, besser gesagt in Rente,
[00:56:24] abgesichert. Tolles Narrativ. Frage ist, geht es wirklich durch? Frag mal die Leute 2008 in der Immobilienkrise in den USA. Schwierig. Seit 2022 sind die Häuserpreise, Mietpreise in Deutschland auch gefallen. Auch ein Narrativ, was man sich auch erzählt, übergenerationsübergreifend. Banken erzählen, dass es den ganzen Tag, dass es nichts Besseres gibt, als natürlich Wohnungen zu kaufen. Riesiges Narrativ, was wir uns immer wieder darstellen, was vor allem bei uns in Deutschland in der Gesellschaft so richtig krass verankert ist. Gold das Gleiche.
[00:56:54] Narrativ wird seit 5000 Jahren genutzt, wird von niemandem kontrolliert, sicherer Anker. Wenn man genauer drauf schaut, ich habe mal rausgesucht, zwischen 1980 und 2008 ist quasi Gold seitwärts gelaufen. Ist nichts passiert. Also hat keine Inflation geschlagen. Auch ein Narrativ. Dann Aktien, hört man auch wieder, wunderbar, ETF, naja, Aktien werden langfristig immer nach oben gehen. Ja, kann man sagen, weiß man aber nicht. Ich habe auch mal rausgesucht. Auch da ist es natürlich Cherrypicking am Ende. Der japanische Nikkei-Index
[00:57:24] ist von 90, ewig lang, von den 1980er Jahren bis 2024 auch nur seitwärts gelaufen. Also auch sieht man ein Narrativ, was man aufbaut, aber auch nicht immer richtig. Und das ist so spannend, dass ich einfach denke, bei allen Anlageklassen, alles was mit Geld zu tun hat, werden wir immer Narrative finden, weil wir diese Geschichten brauchen. Und wenn ich natürlich in Unternehmen bin und Marketing machen möchte, nutze ich Narrative, nehmen wir jetzt mal die Bank, die natürlich immer dieses schöne Bild zeigt,
[00:57:54] da bin ich mit der Familie, mit den zwei Kindern, vor meinem großen Eigenfamilienhaus, Einfamilienhaus. Es ist ein Narrativ. Ich weiß nicht, ob das in 60 Jahren oder in 40 Jahren genauso der Fall ist, aber auch hier nochmal ganz wichtig, glaube ich, der große Unterschied zu Bitcoin ist, Bitcoin ist wesentlich schneller, die Narrative wechseln schneller, wie wir es jetzt ja gerade gesehen haben, weil die meisten nicht mal wissen, was Bitcoin ist. Die Narrative sind jünger, sind kürzer natürlich, weil Bitcoin gibt es erst seit 17 Jahren und vor allem sie sind sichtbarer, weil wir den Preisfokus haben. Es gibt, glaube ich,
[00:58:23] kaum eine Anlageklasse auf diesem Planeten, bei dem der Preis so rausstrahlt. Wir könnten wahrscheinlich eine Umfrage auf der Straße machen, wir werden mehr Menschen finden, die wissen ungefähr, wo der Bitcoin-Preis steht, als MSCI Worldpreis zum Beispiel oder der Goldpreis, weil Bitcoin, die meisten wissen, das stand doch irgendwann letztes Jahr mal auf 100.000 Euro, wo steht es denn jetzt zum Beispiel? und ich glaube, das muss man das so ein bisschen einordnen. Das ist nicht nur Bitcoin-Thema, sondern ich glaube, am Ende sind Narrative Menschen-Themen, weil wir Menschen einfach so ticken,
[00:58:53] wir lieben die Geschichten, wir lieben Emotionen und deswegen überträgt sich es halt auf Bitcoin perfekt, plus eben Social Media-Internet. Also das ist für mich ungefähr so ein bisschen die Zusammenfassung mit dem ganzen Thema. Würde ich mitgehen. Wie gesagt, Narrative sind per se nichts Schlechtes, Narrative sind wichtig, um letztlich komplexen Inhalt irgendwo mundgerecht aufzubereiten, dass man das schnell auch begreifen kann. Man hat ja nicht häufig, also man hat ja selten wirklich Zeit
[00:59:23] auszuführen. Da muss es halt kurz und knackig sein, dass man da irgendwie zumindest das Interesse insoweit erregt, als dass man dann tatsächlich vielleicht ein paar Minuten mehr Zeit bekommt und es gilt für alles. Was du aufgezählt hast, stimmt. letztlich ist es ja so, dass auch da immer geschaut wird, an wen richtet sich denn die entsprechende Geschichte. Wenn du natürlich eine Bank bist, die einen Immobilienkredit vergibt und daran Geld verdient, wirst du dem Käufer nicht sagen, du,
[00:59:53] schau dir mal den Immobilienmarkt insgesamt an. Da gab es auch Zeiten, wo der Immobilienmarkt nicht so gut lief, bist du dir sicher? Ist ja klar. Genauso der Goldhändler, der wird auch nicht sagen, Bitcoin ist gerade nah einem All-Time-High, als die ganzen Retail-Investoren sich dann dazu entschieden haben, jetzt Gold zu kaufen. Es ist so, wichtig ist halt, dass man sich der Tatsache bewusst ist und den Hype, der dann teilweise um ein Narrativ entsteht, halt entsprechend einordnen kann.
[01:00:23] Genau. Und bei Bitcoin genau das Gleiche. Der Narrativ suche ich mir eben danach aus, wenn ich natürlich für argumentieren möchte, für Bitcoin, suche ich mir das passende Narrativ aus, was halt passt und es ist halt einfach. Aber ich finde es manchmal ein bisschen zu einfach und deshalb würde ich mich freuen, wenn man so ein bisschen tiefer geht und ich hoffe, wir haben es mit dieser Folge ein bisschen gemacht und ich glaube, für die Zukunftsausblick, das können wir eine ganze eigene Folge dann daraus machen. Was ist denn nicht? Die nächste Frage wäre nämlich, aber wir sind jetzt am Ende der Zeit angekommen dann auch, was ist das nächste Narrativ?
[01:00:53] Die einen würden natürlich sagen, klar KI, die anderen sagen vielleicht doch Banken, die anderen sagen doch eine globale Reservewährung, die anderen sagen Zensurresistenz, weil Russland, China und Co. plötzlich was brauchen, was eben nicht von den USA beschlagnahmt werden kann. Aber ich glaube, da können wir eine ganze Folge drüber machen, weil da können wir nur mal eine Stunde drüber quatschen. Ja, das stimmt. So wie wir jetzt in die Vergangenheit geguckt haben, können wir in die Zukunft gucken. Aber wir werden sehen. Niemand hat eine Glaskugel. Ansonsten bin ich auch ganz persönlich, muss ich sagen, froh, dass ich meine Vorbehalte
[01:01:22] im Laufe der Folge beziehungsweise im Laufe des Tages einfallen konnte. Narrative gehören dazu, ist eine ganz normale Sache. Und von meiner Seite wäre es das für diese Folge, hat mir großen Spaß gemacht. Ich würde sagen, machen wir die Folge zu und dann können wir noch einen Chat schauen, ob Fragen gekommen sind, oder? Genau, und noch kurz ein Hinweis, weil wir immer wieder die E-Mail bekommen oder die Fragen bekommen, dass manche die ganzen Folgen nicht gucken können. Ist auch richtig so. Auch hier wieder, man hat nicht immer viel Zeit. Wir haben jetzt immer Donnerstags Newsletter da geben wir euch die drei wichtigsten Punkte aus der letzten Folge
[01:01:51] einfach zum Nachlesen. Ganz kompakt, da könnt ihr euch auch anmelden. Das haben wir auch unten nochmal verlinkt beziehungsweise auf unserer Seite dann bitcoinverstehen.info slash Newsletter. Da kann man sich anmelden. Da gibt es jeden Donnerstag dann nämlich auch die Zusammenfassung, wenn man zum Beispiel mal keine Zeit hat, eine Stunde lang den tief vergehenden Ergüssen von uns, die wir eben auch rausgeben, nachhören möchte. Musik

